Unterrichtsreihe "Appellieren I" Klasse 5 35 Seiten, Download
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Arbeitsmaterialien)
Verfasser appellierender Texte wollen ganz bewusst und gezielt Einfluss auf
ihre Adressaten nehmen, möchten zu Handlungen veranlassen oder diese verhindern,
möchten Reaktionen auslösen. Die Bandbreite appellativer Texte reicht von der
einfachen Einladung, evtl. einer Bitte, bis hin zu subtilen Werbeaktionen oder
(politisch - demagogischen) Reden. Ziel der Beschäftigung mit appellativen
Texten ist es einmal, die Schüler zu befähigen, selbst entsprechende Texte zu
verfassen, andererseits aber auch sie als potentielle Adressaten solcher Texte
in die Lage zu versetzen, die Absichten ihrer Verfasser zu erkennen bzw. zu
durchschauen. Sinnvoll scheint, appellierende Texte erst gegen Ende der
Klasse 5 oder in Klasse 6 zu behandeln. Da die Texte sich (mehr als andere)
deutlich durch ihre Anlässe und Kommunikationssituationen strukturieren, scheint
es angebracht, dass die Schüler zuerst mit Grundbedingungen der Texterstellung
(hier auch deutliche Erschließung der Ausgangssituationen) vertraut gemacht
werden. In der Unterrichtsreihe "Wegbeschreibung" lernen sie z.B. erste
textkonstituierende Elemente kennen: Sie haben erfahren, dass Verfasser von
Texten adressatenorientiert darstellen sollten, dass sachangemessenes Agieren
gefordert ist, dass es eine Verpflichtung zu sachlich - tendenzloser
Übermittlung von Informationen gibt. Ist diese Basis erst gebildet, gestaltet es
sich müheloser für den Lehrer und einsichtiger für den Schüler, zu Texten mit
anderen Intentionen überzuleiten. Üblich ist es, in Klasse 5 mit einfachen
Formen des Appellierens zu beginnen, z.B. mit dem sog. "Einladungsschreiben".
Gerade hier lässt sich für Schüler deutlich zwischen Information und Appell
unterscheiden: Angaben über die Art der Veranstaltung, über ihren Beginn und
ihre Dauer stellen unverzichtbare Informationen dar; die herzliche Einladung,
die Bitte zu kommen, die Erwähnung eines reizvollen Programms stellen
Erwähnungen dar, die über die notwendigen Informationen hinausgehen; sie sind
dem appellativen Bereich zuzuordnen. Für eine Klassenarbeit Ende Klasse 5
reichte ein solches Programm völlig aus. Möglich und sinnvoll begründbar ist es
aber auch, in Klasse 5 auf eine Klassenarbeit zu verzichten, um dann in der
Folgeklasse eine Unterrichtsreihe mit einem erweiterten Programm und mit
erhöhten Anforderungen durchzuführen. Genauere Hinweise erfolgen hierzu in der
Unterrichtsreihe "Appellieren II" in Klasse 6.
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