Unterrichtsreihe "Fabeln I" Klasse 5 86 Seiten, Download als
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Die Behandlung von Fabeln in Klasse 5 dient der Vorbereitung zum Verständnis
parabolischer Texte. Ausgesucht werden sollten verhältnismäßig einfach
strukturierte Texte. Sicherlich kann den Schülern dieses Alters die
gesellschaftskritische und auch politische Dimension auch solcher parabolischer
Texte kaum verständlich gemacht werden, doch wird dennoch mit wesentlichen
Elementen dieser Textsorte vertraut gemacht.
Die Schüler werden nicht ohne Vorerfahrungen, (u.a. aus der Grundschulzeit)
in der 5. Klasse diesen Texten begegnen. Ein Gespräch, das den Umfang dieses
Wissens feststellt, ist sicherlich nötig; es wird belegen, dass eine Vielzahl
von Fabelfiguren bekannt ist, dass man weiß, dass Fabeln belehren wollen und
dass in einer "Moral" am Ende diese Lehre präzisiert wird. Bekannt ist zudem,
dass die Fabel eine Form gleichnishafter Rede darstellt, dass (meist) Tiere die
Handlungsträger sind, dass die Fabeltiere ausnahmslos menschliche Eigenschaften
haben, ein entsprechendes Verhalten zeigen und auf das Leben "übertragen" werden
können. Weniger bekannt ist, dass Fabelautoren sich immer auf konkrete
Situationen aus ihrer Wirklichkeit beziehen bzw. bezogen haben und wir, die
Leser oder Hörer dieser Fabel, diese ursprüngliche Wirklichkeit meist nicht mehr
kennen. Diese Erkenntnis (oder auch "Kenntnis") ist notwendig, um die der Fabel
sicherlich nicht gerecht werdenden Übertragungsversuche der Schüler zu vermeiden
oder zumindest einzuschränken ("Meine Oma hat neulich..."). Die Schüler
besonders dieser Altersstufe sollten sich bei den "Übertragungsversuchen" nicht
selbst überlassen bleiben.
Der Lehrer sollte - wenn schon "übertragen" werden muss - solche Situationen
aus der Wirklichkeit konstruieren, die sich aus der exakten Analyse der
Strukturen des in der Fabel dargestellten Falles als wahrscheinlich ergeben.
Schüler dieser Altersstufe sind überfordert, wenn sie diese Übertragungsarbeit
leisten sollen. Wichtig ist vor allem, dass Schüler über die Wirkung
parabolischer Texte nachdenken (was nur möglich ist, wenn die der Fabel zugrunde
liegende "Aktualität" bekannt ist) und über die Ursachen dieser Wirkung
reflektieren. Sie werden sicherlich auch in diesem Alter schon erkennen können,
dass die Fabel ihrem eigentlichen Adressaten einen Weg zur Erkenntnis aufzeigen
will. Der "Effekt", der dabei gerade durch das vereinfachende Beispiel
(Bildhälfte) erzielt wird, kann auch schon in dieser Altersstufe erkannt werden.
Nur die schriftliche Dar- stellung dieser Erkenntnis oder gar der bewusste
Einsatz der Verfremdungstechnik (Verfassen eigener Fabeln zu vorgegebenen
Situationen) bleiben u.U. den Klassen 9 oder 10 vorbehalten. Die Schüler einer
Klasse 5 können aber dennoch "schriftstellerisch" tätig werden und Fabeln
verfassen. Sie benötigen neben der Kenntnis des meist typischen Aufbaus der
Fabeltexte auch noch deutliche Vorgaben zur Gestaltung der Bildhälfte.
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