Unterrichtsreihe "Spielanleitung" Klasse 6 50 Seiten,
Download als PDF-Datei (Unterrichtsreihe plus kommentierte
Arbeitsmaterialien)
Das Verfassen und Weitergeben von Anleitungs- und Regeltexten wird hier dem
Lernzielbereich "Informieren" zugeordnet; die übermittelten Angaben dienen
nämlich fast ausnahmslos dazu, den Adressaten zum Nachvollzug einer Tätigkeit zu
befähigen. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass gerade diese Texte oft
auch noch Empfehlungscharakter haben. Dadurch rücken sie deutlicher als andere
Informationstexte in die Nähe appellierender Texte. Je stärker die
"Empfehlungen" werden (sie können sich u.a. in Form von Aufforderungen,
Ratschlägen, Vorschriften oder Warnungen artikulieren), desto deutlicher wird
der Bezug zu appellierenden Texten, so dass häufig auch von Mischformen zwischen
den beiden Lernzielbereichen gesprochen werden kann. Das Mischungsverhältnis von
Information und Appell wird maßgeblich von der Art der Kommunikationssituation
bestimmt, aus der heraus die Texte entstehen. Wird ohne deutlichen Bezug zu
einem Adressaten eine Anleitung gegeben, geschieht dies meist in einem Text, der
sich auf das Weitergeben von Informationen beschränkt; richtet sich der Text
aber an bestimmte Personen oder Gruppen, nehmen Appellelemente zu (z.B.: "Wenn
es draußen stürmt und schneit, wird es euch ..."; "... ein beliebtes Spiel für
Jung und Alt"; "... ein richtiger Familienspaß..."; "...und wenn die Kleinen
allmählich müde werden, ist ..."; "... werden deine Gäste sich freuen, wenn
...". "... und passt ja auf, dass ..."). Ein solch zielgerichtetes,
wirkungsvolles Eingehen auf Adressaten setzt Fähigkeiten und Fertigkeiten
voraus, die in Klasse 6 meist noch nicht vorhanden bzw. noch nicht geschult
sind. Es sollte den Folgeklassen daher vorbehalten bleiben, den Einbezug
appellativer Elemente in Sachtexte schwerpunktmäßig zu behandeln. Das Verfassen
und das Verstehen von Spielanleitungen stellt grundsätzlich recht hohe
Anforderungen an das Sprachvermögen seiner Verfasser bzw. seiner Leser, auch an
das der Erwachsenen. Kinder im Grundschulalter z.B. sind keineswegs überfordert,
wenn sie "Mensch ärgere dich nicht" spielen. Ihre Spiel- und Verstehensfähgikeit
haben sie allerdings selten über die Lektüre der entsprechenden Spielanleitungen
erworben; meist haben Eltern oder ältere Geschwister sie mit dem Regelwerk
vertraut gemacht, haben es sich mit ihnen erspielt. An die Grenzen ihrer
Sprachfähigkeit geraten sie aber, wenn sie selbst das Regelwerk dieses Spiels so
erklären sollen, dass andere es auch spielend anwenden können. Auch selbst die
Beschreibung eines "einfachen" Spiels wie etwa "Hänschen piep mal" ist auch
dann, wenn auf "appellative Beigaben" verzichtet wird, nicht ohne Anforderungen.
Immer wieder offenbart sich bei der Lektüre von Spielanleitungen zumindest eine
Vorstellung von den Schwierigkeiten, die Erwachsene hatten, als sie sie
verfassten. Sie nämlich, die Erwachsenen, sind durchweg die Verfasser der
Regelwerke, nicht aber die Kinder oder Schüler. Wenn Schüler nun diese schwere
Aufgabe übernehmen sollen, benötigen sie für deren Bewältigung deutliche Hilfen.
Inhaltsverzeichnis &
Vorschau
Wie funktioniert der Download-Kauf?
| downloads: |
|
|